Anmelden

Passwort vergessen




REGISTRIEREN

Sie haben noch kein Nutzerkonto?
Dann registrieren Sie sich jetzt!

Zur Registrierung

  • Verwaltungspraxis - Ordnungsrecht

    Verwaltungspraxis - Ordnungsrecht

    Die breit gefächerte Bibliothek für Ordnungsbehörden.

    Dieses Fachmodul können Sie zu Ihrer Verwaltungspraxis hinzubuchen oder einzeln erwerben. Es stehen Ihnen dann neben den bewährten ordnungsrechtlichen Verwaltungspraxis-Inhalten auch bekannte Klassiker des Ordnungsrechts aus Kommentar- und Fachliteratur zur Verfügung. 

     

     

     

     

     

     

     

Rechtsprechungsübersicht

Ausschluss wegen Platzmangels bei nach Titel IV der Gewerbeordnung (GewO) festgesetzten Veranstaltungen

Überblick zur aktuellen Rechtsprechung von Sabine Weidtmann-Neuer

§ 70 Abs. 3 GewO berechtigt den Veranstalter, Teilnehmer einer festgesetzten Veranstaltung (vgl. § 69 GewO) aus sachlich gerechtfertigten Gründen von der Teilnahme auszuschließen. Als Regelbeispiel wird der nicht ausreichend zur Verfügung stehende Platz aufgeführt. Bei zwei Entscheidungen geht es um die Dürener Annakirmes 2018 und bei einer weiteren um den Bremer Freimarkt 2018.

Mehr...

VerwaltungsNews

11.01.2018

-

 1.

Das Ergebnis der UVPG-Vorprüfung darf keine Rechtsfehler aufweisen, die seine Nachvollziehbarkeit ausschließen. Die zuständige Behörde muss den Rechtsbegriff der Erheblichkeit der Umweltauswirkungen zutreffend ausgelegt haben. Ihr steht für ihre prognostische Beurteilung ein Einschätzungsspielraum zu. Gefordert ist eine Plausibilitätskontrolle, bei der die von der Behörde für ihr Prüfergebnis gegebene Begründung zugrunde zu legen ist. Nachträglich gewonnene Erkenntnisse, die die Auswirkungen in einem anderen Licht erscheinen lassen könnten, sind für die Tragfähigkeit des Prüfergebnisses und damit der verfahrenslenkenden Entscheidung über die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung nicht maßgeblich.

 2.

Die standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls hat u.a. die Belastbarkeit der Schutzgüter unter besonderer Berücksichtigung besonders geschützter Gebiete in den Blick zu nehmen, darunter Landschaftsschutzgebiete (Nr. 2.3.4 der Anlage 2 zum UVPG a.F.), wenn in deren Gebiet das streitgegenständliche Vorhaben errichtet werden soll. In die standortbezogene Vorprüfung sind auch die Artenschutzbelange des § 44 Abs. 1 BNatSchG mit einzubeziehen. Sie fallen unter den in Nummer 2.3 der Anlage 2 zum UVPG a.F. enthaltenen Begriff der Belastbarkeit der Schutzgüter.

 3.

Eine vertiefende Prüfung hinsichtlich des Schwarzstorchs ist erforderlich, wenn bei summarischer Prüfung der Vorhabenstandort im Sinne des § 3c Satz 2 UVPG a.F. besondere örtliche Gegebenheiten im Sinne einer solchen spezifischen Schutzfunktion aufweist, d.h. ein Lebensraum von Schwarzstörchen betroffen ist, der zwar nicht unbedingt formell als Schutzgebiet ausgewiesen, aber in ökologischer Hinsicht vergleichbar empfindlich ist.

 4.

Eine nachvollziehbare Prüfung, ob erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Schwarzstorch zu erwarten sind, ist nicht auf eine Überprüfung der Einhaltung des Mindestabstandes zu einem Brutplatz beschränkt ist, sondern die Untersuchung muss auch umfassen, ob regelmäßig genutzte Nahrungshabitate zu Flugkorridoren zwischen Horst und Nahrungshabitat über das Vorhabengebiet führen und dort, wenn auch nicht zu einer signifikant erhöhten Kollisionsgefahr, so jedenfalls zu nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG unzulässigen erheblichen Störungen führen, die eine möglicherweise populationsrelevante Aufgabe von Brutplätzen zur Folge haben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Jens Classe.