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Änderungen im Detail bei den Führerscheinklassen

1. Neue Klasse AM (entspricht Klasse M)

  • Es werden auch dreirädrige Fahrzeuge und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h (jetzige Klasse S) einbezogen.
  • Das Mindestalter beträgt weiterhin 16 Jahre.
  • Für den Fahrerlaubniserwerb drei- und vierrädriger Kraftfahrzeuge dieser Klasse ist die Prüfung auf einem Kraftrad der Klasse AM erforderlich.

2. Klasse A1

  • Es werden auch dreirädrige Fahrzeuge bis zu einer Leistung von 15 KW, die bisher in die Klasse B zugeordnet wurden, einbezogen.
  • Die Merkmale der Krafträder werden um das maximale zulässige Verhältnis von Leistung zur Leermasse von 0,1 kW/kg ergänzt.
  • Die Anforderungen an das Prüfungsfahrzeug werden angepasst: Hubraum mindestens 120 ccm, Vmax mindestens 90 km/h und Verhältnis von Leistung zur Leermasse nicht mehr als 0,1 kW/kg.
  • Die nationale Stufenregelung (Vmax 80 km/h bis zum 18. Lebensjahr) fällt weg.

3. Klasse A2 (bisherige Klasse A beschränkt)

  • Die Merkmale der Krafträder werden auf eine Leistung von max. 35 KW und ein maximales Verhältnis von Leistung zum Gewicht bis 0,2 kW/kg geändert.

4. Klasse A

  • Dreirädrige Fahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 KW, die bisher in die Klasse B zugeordnet wurden, werden bei einem Mindestalter von 21 Jahren einbezogen.
  • Die Merkmale der Krafträder werden auf eine Leistung von mehr als 35 KW oder ein Verhältnis von Leistung zum Gewicht von mehr als 0,2 KW/kg geändert.
  • Das Mindestalter beim Direkteinstieg wird auf 24 Jahre (bisher 25 Jahre) reduziert.
  • Die Anforderungen an das Prüfungsfahrzeug werden auf mindestens 40 KW und einen Hubraum von mindestens 600 ccm angepasst.
  • Zum Direkterwerb der Klasse A ist eine theoretische und praktische Prüfung erforderlich (kein automatischer Erwerb nach zweijährigem Besitz der Klasse A2).

5. Stufenregelung bei den A-Klassen

  • Beim Erwerb der Klasse A2 von A1 bzw. A von A2 und dem Vorbesitz der entsprechenden Klasse von mindestens 2 Jahren entfällt eine theoretische Prüfung.
  • Für die Klassen A2 bzw. A ist nur eine verkürzte praktische Prüfung erforderlich.

6. Klasse B

  • Mit der Klasse B dürfen grundsätzlich Zugkombinationen bis 3,5t zulässiger Gesamtmasse (zGM) gefahren werden (bei Anhängern mit mehr als 0,75t zGM).
  • Die Rahmenbedingung, dass die zGM des Anhängers nicht größer sein darf als die Leermasse des ziehenden Fahrzeugs, entfällt.

7. Klasse B 96 (Codeschlüsselzahl 96)

  • Mit der Klasse B 96 dürfen Zugkombinationen von 3,5t bis 4,25t zulässiger Gesamtmasse (zGM) gefahren werden (bei Anhängern mit mehr als 0,75t zGM).
  • Der Erwerb erfolgt mittels einer Fahrerschulung nach Anlage 7a der FeV durch eine Fahrschule bzw. einen Fahrlehrer.

8. Klasse BE

  • Die maximal zulässige Gesamtmasse des Anhängers darf 3,5t betragen.
  • Bei mehr als 3,5t zGM ist grundsätzlich die Klasse C1E erforderlich.

9. Klasse C1E

  • Die Rahmenbedingung, dass die zGM des Anhängers nicht größer sein darf als die Leermasse des ziehenden Fahrzeugs, entfällt.
  • Es dürfen somit alle Zugkombinationen bis 12t zGM gefahren werden.
  • Dabei ist weiterhin zu beachten, dass zur Fahrerlaubnisklassifizierung die zulässigen Gesamtmassen des Zugfahrzeugs und des Anhängers addiert werden. Stütz- und Aufliegelasten bleiben unberücksichtigt.

10. Klasse C und CE

  • Das Mindestalter wird auf 21 Jahre erhöht, wobei die Vorschriften des Art. 5 der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 unberührt bleiben.
  • Die Fahrerlaubnis kann mit 18 Jahren erworben werden:
    a) nach erfolgter Grundqualifikation nach § 4 Abs. 1 BKrQG;
    b) für Personen während oder nach Abschluss einer Berufsausbildung nach
    1. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/ Berufskraftfahrerin“,
    2. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Fachkraft im Fahrbetrieb“ oder
    3. einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.

11. Klasse D

  • Das Mindestalter wird auf 24 Jahre erhöht, wobei die Vorschriften des Art. 5 der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 unberührt bleiben.
  • Die Fahrerlaubnis kann mit 23 Jahren erworben werden: nach beschleunigter Grundqualifikation durch Ausbildung und Prüfung nach § 4 Abs. 2 BKrQG.
  • Die Fahrerlaubnis kann mit 21 Jahren erworben werden: nach erfolgter Grundqualifikation nach § 4 Abs. 1 BKrQG oder nach beschleunigter Grundqualifikation durch Ausbildung nach § 4 Abs. 2 BKrQG im Linienverkehr bis 50 km.
  • Die Fahrerlaubnis kann mit 20 Jahren erworben werden: für Personen während oder nach Abschluss einer Berufsausbildung nach
    1. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/ Berufskraftfahrerin“,
    2. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Fachkraft im Fahrbetrieb“ oder
    3. einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.
  • Die Fahrerlaubnis kann mit 18 Jahren erworben werden: für Personen während oder nach Abschluss einer Berufsausbildung nach
    1. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/ Berufskraftfahrerin“,
    2. dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Fachkraft im Fahrbetrieb“ oder
    3. einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden im Linienverkehr bis 50 km.